Rotweinflaschen patrouillieren auf dem Tisch, der gierig von vier süchtigen Mündern umrandet wird. Die Münder schlabbern und babbern; durch diese Nahrungspforten rutschen Berge von Nudeln mit Filetstücken vom Schwein. Ein herrliches Geschmatze. Ich habe zum Essen eingeladen.
Mit den leeren Rotweinflaschen kann man inzwischen Regimenter aufbauen. Und beim Überprüfen der den Körper verlassenden Sekrete am nächsten Morgen ist die Verfärbung dieser eine sichere Sache.
AproPos – Die Kultur in Leipzig im März. Mhmm…
Um herauszufinden, was meine drei Freunde an Informationen dazu beitragen können, habe ich ein Diktiergerät in Stellung gebracht, um sicherzugehen, dass ich nichts vergesse.
„Christian, weißt du, was im März in Leipzig los ist?“
„…der Meyer, der Clemens Meyer macht richtig was los…“
„Und gibt’s noch was?“
„…ne, mehr is nich…“
Augenblicklich dröhnt aus dem Hintergrund ein dreckig schallendes Gelächter und ich wende mich meinem nächsten Gesprächspartner zu.
„Paule, was läuft denn nun im März?“
„…wird das jetzt schon aufgenommen?“
„Ja, läuft“
„Clemens Meyer stellt sein neues Buch vor, namens “Gewalten”…“
„Und was läuft sonst noch so?“
„…Nüscht…“
Vier Münder lachen über die eigene Dummheit, denn im März findet die Leipziger Buchmesse statt. Veranstaltungen reihenweise! In der Spinnerei, dem Ballungsgebiet der Leipziger Galerien, eröffnen neue Ausstellungen. Letztmalig, bevor am 1. Mai zum großen Galerienrundgang geladen wird.
Jetzt Schluss mit Gelächter. Paule Hammer und Christian Vogel kloppen sich auf dem Boden, Clemens Meyer baut eine Burg aus den bunten Holzbausteinen meiner Tochter, und ich bin auf der Suche nach Kippen. Denn ohne Dampf kein Kampf.
Mein Ausstellungstipp:
Martin Bigum, „SynchroniCity“,
Dogenhaus Galerie, Leipzig
6.3.–18.4.2010
Ausstellungstipps von Christian (Sammler) und Paule (Künstler):
Clemens Meyer „Gewalten“ (S. Fischer Verlag),
Lesung und Ausstellung im Laden fuer Nichts, Leipzig
19.3.–24.4.2010
Das neue Buch „Gewalten“ von Clemens Meyer besteht aus elf Geschichten.
Ebenso viele Maler sind eingeladen, sich von jeweils einer zu einer eigenen künstlerischen Arbeit inspirie-ren zu lassen. Die elf Bilder mit den jeweiligen Titeln der Geschichten bilden die Bühne für die Lesung am 16. März im Laden fuer Nichts.
Der Zustand der Lesung wird so eingefroren, wie am Abend verlassen, und dann einen Monat als Ausstellung präsentiert.
Beteiligte Künstler:
Paule Hammer, Jonas Burgert, Andreas Golder, Kathrin Thiele, Rigo Schmidt, Katrin Heichel, Christian Achenbach, Henning Kles, Herbert Volkmann, Philip Grözinger, Moritz Schleime








